Schutzmassnahmen

Bedarf eine Jugendliche oder ein Jugendlicher einer besonderen erzieherischen Betreuung oder therapeutischen Behandlung, wird zusätzlich zur Strafe eine sogenannte Schutzmassnahme angeordnet. Es gibt vier verschiedene Arten von Schutzmassnahmen, welche in ihrer Ausgestaltung wiederum verschieden sind:

  • Aufsicht (Begleitung und Beratung der elterlichen Erziehung)
  • Persönliche Betreuung
    (Im Rahmen einer persönlichen Betreuung kann beispielsweise ein Sozialpädagogischer Familieneinsatz oder eine Tagesstruktur angeordnet werden)
  • Ambulante Behandlung
    (z.B. eine Psychotherapie)
  • Unterbringung bei Privatpersonen, in einer Erziehungseinrichtung oder in einer Behandlungseinrichtung (stationäre Massnahme)

Bei einigen Massnahmen entstehen erhebliche Kosten, an welchen sich die Eltern, je nach finanziellen Verhältnissen, beteiligen müssen. Die Jugendanwaltschaft legt aufgrund der Einkommens- und Vermögensverhältnisse einen Monatsbeitrag fest.

Private Leistungserbringer (Einrichtungen und Anbieter mit privater Trägerschaft und Privatpersonen, die im Vollzug jugendstrafrechtlicher Sanktionen mit Vollzugsaufgaben betraut werden) müssen gewisse Voraussetzungen (z. B. guter Leumund, fachliche Befähigung) erfüllen. Diese werden in den Richtlinien 'Aufgabenübertragung an Private im Rahmen von Schutzmassnahmen, Begutachtung und Beobachtung', festgehalten.